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Forum for Foresight and Future Analysis in the Areas of International Politics and Global Issues

Foresight-Studie zur Zukunft der Weltenergieordnung und Europas Wettbewerbsfähigkeit in 2030

Vier Szenarien über die Zukunft der internationalen Energiepolitik bis 2030 werden in einer neuen Studie vorgestellt, die im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „EU Economic Foresight“ entstanden ist. Die Studie diskutiert, wie sich die EU Energiepolitik vor dem Hintergrund dieser Szenarien auf Europas Wettbewerbsfähigkeit auswirken könnte.

Im März 2013 hat die EU Kommission das Grünbuch „Ein Rahmen für die Klima- und die Energiepolitik bis 2030“ herausgebracht und damit eine neue Diskussion über die europäische Energiepolitik angestoßen. Wettbewerbsfähigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch im Projekt „EU Economic Foresight“ wurde der Bereich Energie als einer von vier Teilbereichen identifiziert, die für die europäische Wettbewerbsfähigkeit bis 2030 besonders wichtig sind. Die nun veröffentlichte Studie fragt, wie sich die europäische Energiepolitik vor dem Hintergrund der zukünftigen Entwicklung der Weltenergieordnung auf die europäische Wettbewerbsfähigkeit auswirken wird.

Szenarien über die Zukunft der internationalen Energiepolitik bis 2030

Die Analyse erfasst zukünftige Ungewissheiten der Weltenergieordnung durch sechs Schlüsselfaktoren: Die globale Energie-Governance, den Stand der globalen Energiewende, die Entwicklung der Schiefergasrevolution, die zukünftige Entwicklung sozi-ökologischer Bewegungen, den Fortgang technologischer Entwicklung bei erneuerbaren Energien und die Zukunft des globalen Klimaregimes. Basierend auf diesen Schlüsselfaktoren entwickelt sie vier Szenarien für 2030:

Im Szenario globale Energiewende würden Staaten und Gesellschaften gemeinsam an der Klimapolitik und einer nachhaltigen Transformation der weltweiten Energiesysteme arbeiten.

Es ist aber auch vorstellbar, dass 2030 internationale Koordination vorwiegend über Märkte funktioniert, ansonsten jedoch jeder nach seiner Façon vorgeht – das heißt teils nur bedingt nachhaltig und mit Exportbeschränkungen für Schiefergas.

Eine Zukunft in Schiefer würde plausibel, wenn sich die Schiefergasrevolution über die Grenzen der USA hinweg wiederholen würde und Klima- sowie nachhaltige Energiepolitik aufgrund des großen Angebotes an fossilen Energieträgern ins Hintertreffen gerieten.

Werden diese Hoffnungen bei der Schiefergasrevolution jedoch enttäuscht und kehren Staaten und Gesellschaften der Klima- und der nachhaltigen Energiepolitik dennoch den Rücken, könnte es auch zu einem Endspiel um Energie kommen, dass durch hohe und volatile Preise sowie eine unsichere Versorgung gekennzeichnet wäre.

Zukunftsrobuste Strategien für europäische Energiepolitik

Die Studie leitet aus der bisherigen Energiepolitik der EU und den aktuellen Diskussionen um das EU Grünbuch „Ein Rahmen für die Klima- und die Energiepolitik bis 2030“ die wichtigsten Strategien der EU-Energiepolitik her: die Steigerung der Energieeffizienz; die Weiterentwicklung des Binnenmarktes für Energie; der Ausbau der Netzinfrastruktur; der Ausbau erneuerbarer Energien; und die Wiederbelebung der Energieaußenpolitik.

Die Strategien werden dann unter den Bedingungen der vier Szenarien betrachtet, um zu erfahren wie sie sich jeweils auf die europäische Wettbewerbsfähigkeit auswirken würden.

Die Steigerung der Energieeffizienz und die Weiterentwicklung des Binnenmarktes stellen sich dabei als die zukunftsrobustesten Strategien heraus – sie wirken in allen Szenarien wettbewerbsfördernd. Gleiches gilt für den Ausbau der europäischen Energienetze. Hier ist der Effekt bei einem Endspiel um Energie allerdings besonders groß, das der Netzausbau gemeinsame außenpolitische Interessen wahrscheinlicher macht.

Aber auch der Ausbau erneuerbarer Energien kann positive Wirkungen auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der EU haben. Hierzu ist es allerdings unerlässlich, dass er mit Augenmaß und mit anderen Politikmaßnahmen koordiniert vonstatten geht.

Durch eine Wiederbelebung der Außenpolitik im Bereich Energie kann die EU schließlich darauf hinwirken, die Entwicklung der Weltenergieordnung in gewünschte Richtungen zu beeinflussen. Besonders wichtig sind hier verstärkte Bemühungen bei der Verbreitung erneuerbarer Energien sowie das Einstehen für einen freien Handel mit unkonventionellen Ressourcen wie Schiefergas- und öl. Für alle Strategien schlägt die Studie schließlich konkrete Politikoptionen vor.

Die Studie „Die Weltenergieordnung und Europas Wettbewerbsfähigkeit in 2030: Für eine konsequente, pragmatische und europäische Energiepolitik“ finden sie hier.

Mehr zum Projekt „EU Economic Foresight“ auf diesem blog finden sie hier.

Autor:

Jörn Richert ist Initiator von future and politics und als Associate im Projekt „EU Economic Foresight” zuständig für foresight-Methoden und den Themenbereich Energie. Er ist Autor der vorgestellten Studie.

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2 comments on “Foresight-Studie zur Zukunft der Weltenergieordnung und Europas Wettbewerbsfähigkeit in 2030

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This entry was posted on October 21, 2013 by in EU Economic Foresight (2012-2013), Issues, Sprache: Deutsch and tagged , , , .

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